FFR - Messwert

In manchen Fällen kann der Schweregrad einer Koronarstenose (Engstelle eines Herzkranzgefäßes) im Rahmen einer Koronarangiographie nicht primär sicher beurteilt werden. Unter Verwendung eines speziellen Druckdrahtes, der in das erkrankte Koronargefäß eingeführt wird, kann der Blutdruck vor und hinter der verengten Stelle in der Koronararterie im Ruhezustand und nach Stimulation mit einer gefäßerweiternden Substanz (Adenosin)gemessen werden. Der aus diesen Messwerten berechnete FFR-Wert ist ein Maß für den Blutfluss in der erkrankten Arterie. Wenn der FFR-Wert nach Gabe von Adenosin deutlich abfällt, sollte eine Ballondilatation/Stentimplantation oder eine Bypassversorgung der verengten Arterie durchgeführt werden. Die Messung der FFR erfolgt bei Bedarf im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung.

Nach einer Stentimplantation besteht ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in der behandelten Koronararterie, was zu einem plötzlichen Verschluss des Blutgefäßes führen kann (Herzinfarkt). Daher ist eine Nachbehandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (so genannte Thrombozytenaggregationshemmer) über einen längeren Zeitraum erforderlich (mindestens 4 Wochen bei unbeschichteten Stents, im Allgemeinen mindestens 12 Monate bei beschichteten Stents). Die Behandlung mit diesen Medikamenten sollte nur nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt/Kardiologen oder in unserer Klinik unterbrochen oder beendet werden.

Zur Untersuchung des Herzrhythmus und des Blutdrucks stehen 24-Stunden-Aufzeichnungsgeräte für EKG und Blutdruck zur Verfügung. Sollte sich der Verdacht auf eine schwerwiegende Herzerkrankung ergeben, können weitere Untersuchungsmethoden eingesetzt werden.