Der Rückenschmerz

Rücken gerechtes Verhalten kann man mit einem Physiotherapeuten üben

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden am häufigsten bei Menschen zwischen dem 50. Und 70. Lebensjahr. Am häufigsten betroffen ist die Halswirbel- und die Lendenwirbelsäule. Die häufigste Ursache sind Verschleißerscheinungen, entweder in den Gelenken zwischen den einzelnen Wirbelkörpern oder aber im Bereich zwischen zwei Wirbelkörpern, nämlich im Bereich der Bandscheiben. Die Bandscheiben können sich in den Raum vorwölben, wo das Rückenmark geschützt in der Wirbelsäule liegt und können dort auf die Nerven drücken. Aber auch Wirbelbrüche können erhebliche Rückenschmerzen verursachen. Auch seltenere Erkrankungen, wie Entzündungen im Bereich der Bandscheibe oder des Wirbelkörpers sowie Tumore, können Rückenschmerzen verursachen.

Es gibt jedoch auch Erkrankungen, die zunächst mit der Wirbelsäule gar nichts zu tun haben und wo sich die Schmerzen in den Bereich der Wirbelsäule projizieren. Dies sind klassischerweise die Rippenfellentzündung oder aber auch die koronare Herzkrankheit, ein Zwölf-Fingerdarm-Geschwür, Gallenkoliken, Entzündungen und Prozesse im Bereich der Bauchspeicheldrüse. Im schlimmsten Fall kann es eine Erweiterung der Hauptschlagader sein, ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie.

Um der Sache auf die Spur zu kommen erhebt der Arzt zunächst einmal sorgfältig die Krankengeschichte. Er erfragt den Beginn der Schmerzen, die Art und Dauer sowie Situationen, an denen die Schmerzen besonders intensiv und häufig auftreten. Er wird sich nach ihren Vorerkrankungen erkundigen und wird klären, ob hier ein Zusammenhang bestehen kann. Dann folgt eine gründliche, körperliche Untersuchung, wobei insbesondere ein Augenmerk darauf gerichtet wird, ob Ihre Beine bereits Gefühlsstörungen aufweisen oder gar eine Schwäche der Beweglichkeit. Auch die Funktion des Wasserlassens und des Stuhlgangs wird geprüft.

Erhärtet sich aufgrund der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung der Verdacht, dass die Beschwerden der Wirbelsäule zuzuordnen sind, helfen bildgebende Verfahren, die genaue Ursache zu klären. Dazu gehört eine normale Röntgenaufnahme des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes in 2 Ebenen, gegebenenfalls eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie. Mit diesen Untersuchungen lassen sich die Ursachen bildhaft darstellen und man kann jetzt die Schmerzentstehung ziemlich genau einer Lokalisation zuordnen. Dieses ist für die nun folgende Therapie wichtig. Sind die Rückenschmerzen, verursacht durch einen Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke, der Bandscheiben oder einer Verengung des Wirbelkanals, lassen sich in der Akutphase die Schmerzen durch Medikamentengabe, entweder als Tabletten oder sogar als Spritzen mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten direkt in den Wirbelkanal, zwischen die Wirbelgelenke oder gar an den Bandscheibenvorfall, schnell und zuverlässig lindern.

Auf Dauer hilft ein rückengerechtes Verhalten, welches man, je nach dem welchen Beruf man ausübt, mit einem Physiotherapeuten üben kann. Grundsätzlich gilt aber, dass die Rückenmuskulatur gestärkt werden muss, um die Statik der Wirbelsäule zu verbessern. Sollten sich andere seltene Erkrankungen finden, wie Tumore im Bereich der Wirbelsäule, muss eine weiterführende Diagnostik und dann eine gezielte Therapie eingesetzt werden. Sollte die nicht operative Behandlung auf Dauer nicht zum Erfolg führen, stehen operative Verfahren zur Verfügung. Typischerweise ist dieses die Entfernung des Bandscheibenvorfalls bis hin zum Ersatz der Bandscheibe oder die operative Erweiterung der Enge im Wirbelsäulenkanal. Auch die Akkupunktur hat in den letzten Jahren, wissenschaftlich nachgewiesen, ihren Stellenwert gefestigt.