Gesundheit online: Männer sind Gesundheitsmuffel

Männer achten weniger auf ihre Gesundheit als Frauen. Sie gehen trotz Schmerzen später zum Arzt, wesentlich seltener zur Vorsorge, bewegen sich insgesamt weniger und ernähren sich ungesünder als Frauen. Aus diesem Grund sterben sie im Durchschnitt auch fünf Jahre früher.

Männer ticken anders als Frauen - auch beim Thema Gesundheit. Sie trinken mehr Alkohol und tun auch weniger zur Vorbeugung von Krankheiten. „So beteiligen sich Männer seltener an Vorsorgeuntersuchungen, z. B.  zur Darmkrebsfrüherkennung als Frauen“, sagt Dr. med. Naja Abou-Rjeili, Chefarzt der Gastroenterologie der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik, der diese Voruntersuchungen durchführt, die die Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr übernehmen.

Oft stecke hinter der Scheu vor dem Arztbesuch nicht etwa Selbstvertrauen, sondern eher die Furcht vor der Diagnose. „Viele Männer haben tatsächlich Angst vor dem Behandlungsergebnis“, sagt Dr. med. Ingolf Bubinger, Chefarzt der Kardiologie der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik. Die mutigen Männer, die auch eine schlimme Nachricht verkraften könnten, gingen eher zur Vorsorge, wenn sich z. B. Herzbeschwerden einstellten.

Wenn man Männer zu gesünderem Verhalten bewegen will, sollten nicht diejenigen angesprochen werden, die ohnehin schon ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein haben. Zum Beispiel sind Manager in gut gehenden Unternehmen mit Gesundheitschecks und -angeboten gut versorgt. Andere, die häufiger krank und sozial benachteiligt sind, gerieten so  aus dem Blickfeld.
Und so kennen zwar rund 90 Prozent der Männer den durchschnittlichen Spritverbrauch und 80 Prozent den Hubraum ihres Autos, aber nur 30 Prozent ihren Cholesterienwert.