Richtig und rechtzeitig vorsorgen - so gelingt es

Die niedersächsische Justizministerin, Frau Antje Niewisch-Lennartz, bringt es auf den Punkt: „Stellen Sie sich vor: Sie können nicht mehr selbst entscheiden - zum Beispiel, weil Sie einen Unfall hatten oder weil Sie krank sind….“ 

Auch wenn es gerne verdrängt wird: durch Unfall, Krankheit oder ab einem bestimmten Alter kann man seine Angelegenheiten möglicherweise nicht mehr selbst regeln. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig über die Möglichkeiten einer Vorsorge zu informieren und die eigenen Wünsche schriftlich festzuhalten.

Vorsorge:
Eine frühzeitige Erstellung einer Vollmacht verhindert bei Auftreten einer Geschäftsunfähigkeit oder vorrübergehender Entscheidungsunfähigkeit (z.B. durch Unfall) eine vom Gericht angeordnete Betreuung. Vorsorgevollmachten gibt es kostenfrei sowohl im Internet: www.bmjv.de – Vorsorgevollmacht  als auch bei den Betreuungsbehörden der Landkreise (Landkreis DAN- im Kreishaus Lüchow) oder  in den Senioren-/Pflegestützpunkten der Landkreise. (Landkreis DAN- Seniorenstützpunkt im Kreishaus in Uelzen). 
In der Vorsorgevollmacht werden alle Angelegenheiten von der Gesundheitssorge, Behördenangelegenheiten, Postverkehr, Wohnungsangelegenheiten und vieles mehr auf die Vertretungsperson übertragen. Eine erteilte Vollmacht kann bis über den Tod hinaus erstellt werden. So hat die bevollmächtigte Person auch im Todesfall  die Möglichkeit weiter aktiv zu sein und die Beerdigung zu organisieren.
Die Vertretung tritt erst in Kraft, wenn die bevollmächtigte Person das Original besitzt und die zu vertretende Person nicht mehr in der Lage ist sich selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern.
Eine erstellte Vorsorgevollmacht kann jederzeit vernichtet und neu erstellt werden. Die Betreuungsbehörden beraten und beglaubigen die Vorsorgevollmacht, so dass sie rechtssicher ist. Zu der eingesetzten Person sollte ein sehr gutes Vertrauensverhältnis bestehen, da es keine gerichtliche Überprüfung der Tätigkeit ohne Auftrag gibt. Wenn keine Vorsorge eingerichtet ist, wird im Bedarfsfall eine gesetzliche Betreuung eingerichtet.

Gesetzliche Betreuung:
Eine gesetzliche Betreuung wird für den Fall einer Geschäftsunfähigkeit und bei fehlender Vorsorgevollmacht vom Gericht eingerichtet. Durch Gutachten von Fachärzten werden der Bereich und die Zeitdauer der Betreuung, sowie die regelmäßige Überprüfung der Maßnahme festgelegt. Die Kosten des Betreuungsverfahrens und die Aufwandsentschädigung des gesetzlichen oder ehrenamtlichen  Betreuers muss die betreuende Person erstatten. Die Betreuungsperson ist verpflichtet einmal jährlich dem Gericht einen Bericht und die Verwaltung des Vermögens zu übermitteln. Für die Betreuung können Berufsbetreuer, Angehörige oder auch gute Bekannte eingesetzt werden.
Die gesetzliche/ehrenamtliche Betreuung endet mit dem Tod der betreuenden Person.

Patientenverfügung:
In einer Patientenverfügung werden wichtige Entscheidungen bezüglich der medizinischen Behandlung/Versorgung in vorher bestimmten  Situationen festgelegt z.B. im Endstadium einer tödlich verlaufende Erkrankung oder schwerer Hirnschädigung.
Die Patientenverfügung sollte möglichst exakt den Willen des Betroffenen festhalten und in schriftlicher Form verfasst sein. Sie muss mit Datum und Unterschrift versehen sein und ist nach Erstellung ohne Zeitbeschränkung gültig. Die Patientenverfügung kann jederzeit verändert oder neu angepasst werden. Veränderungen sind ebenfalls in schriftlicher Form zu verfassen und mit Datum und Unterschrift zu versehen. In der Patientenverfügung sollte eine Vertrauensperson benannt werden, der die Wünsche des Betroffenen gegenüber den behandelnden Ärzten vertritt. Bei Unsicherheiten und Fragen bei der Erstellung und ist es ratsam mit dem Hausarzt die offenen Fragen zu besprechen. Ratsam ist zusätzlich zu der Patientenverfügung die persönliche Einstellung zum Leben mit einigen Worten aufzuschreiben.
Die Patientenverfügung sollte so aufbewahrt werden, dass die bevollmächtigte Person schnellstens Zugriff auf die Verfügung hat. Ein Vermerk (in Form eines kleinen Kärtchens) über den Besitz einer Vollmacht und einer Patientenverfügung  sollte die betroffene Person immer in der Brieftasche bei sich tragen.

Information und Vordrucke können im Internet unter: www-bundesaerztekammer.de - Patientenverfügung heruntergeladen oder bei den Senioren- /Pflegestützpunkten der Landkreise angefordert werden.