Gut versorgt im Krankenhaus - und danach?

Durch die geriatrische Komplexbehandlung so gut mobilisiert, dass er in Kürze statt in die Kurzzeitpflege wieder nach Hause kann: Lothar Lamprecht freut sich auf seine Entlassung.

Viele Patienten können nach ihrem Krankenhausaufenthalt in die häusliche Umgebung entlassen werden. Wo das nicht gegeben ist, greift das so genannte Entlassungsmanagement. Dabei handelt es sich um eine Patientenberatung, ein vielfältiges Aufgabengebiet, das die speziellen Anforderungen und Bedürfnissen des Patienten in den Mittelpunkt stellt. In der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik kümmert sich Waltraud Lobitz (rechts im Bild) um die Belange der Patienten, die entlassen werden sollen und organisatorische Hilfe benötigen.

Ihre Arbeit besteht nicht nur in der schnellen Abwicklung von Entlassungen aus dem Krankenhaus. Es gibt Patienten, die sich nach einem stationären Aufenthalt nicht oder noch nicht wieder selbständig versorgen können. Da muss unter Umständen ein Pflegedienst organisiert werden oder es werden medizinische Hilfsmittel benötigt. Die Entlassung in die häusliche Umgebung mit Versorgunghilfen durch die Krankenkassen bzw. Pflegeleistungen muss aber sehr gut geplant werden. Sie fängt mit einer Befragung des Patienten und seiner Angehörigen zur vorhandenen Versorgungssituation an und beinhaltet auch die Beratung über Pflegeleistun-gen und Hilfsmittelversorgung.







Pflegebedürftigkeit

Besteht noch keine Leistung aus der Pflegeversicherung, ist aber eine Pflegebedürftigkeit vorhanden, wird das Eilverfahren einer Pflegeeinstufung eingeleitet. Die Verordnung der benötig-ten Hilfsmittel wird vorbereitet und an die Vertragspartner der Krankenkassen weitergeleitet. Die Angehörigen sind bei der Organisation ein wichtiger Partner des Entlassungsmanagement, da sie zusätzlich zum ambulanten Pflegedienst die Versorgung ergänzen. Die Ange-hörigenberatung ist ein großer Zeitfaktor im Entlassungsmanagement. Es beginnt mit Aufklärung über die Beantragung einer Pflegestufe, die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MDK) über die Kontaktaufnahme mit dem ambulanten Pflegedienst, gegebenenfalls einer Kurzzeitpflegeeinrichtung oder stationären Pflegeeinrichtung und weiter mit der Beratung zur Vorsorge oder Betreuung.
Beim Kontakt mit Angehörigen ist die Wahrnehmung der Ängste und Sorgen wichtig. Die Angehörigen bekommen auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Information über weitere Unterstützungsangebote.
Eine zeitnahe Kontaktaufnahme mit dem Entlassungsmanagement trägt zur schnellen Bearbeitung bei. Dies erfolgt teilweise durch die Angehörigen direkt nach der Einweisung ihres Angehörigen oder durch das Pflegepersonal beim täglichen Austausch auf der Station. Durch eine gute Vernetzung mit den Vertragspartnern des Krankenhauses ist eine Entlassung der Patienten sehr zeitnah und gut organisiert möglich. Dies geschieht immer erst dann, wenn die weitere Versorgung gesichert ist. Im Entlassungsmanagement arbeitet man interdisziplinär mit Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und vielen weiteren Berufsgruppen zusammen und ergänzt so das ganzheitliche Gesundheitskonzept durch die Einbringung der psychosozialen Aspekte.

Rehabilitation

Ein weiter Aufgabenbereich des Entlassungsmanagement ist die Vorbereitung und Überleitung in eine geeignete Rehabilitationseinrichtung. (kurz: Reha-Einrichtung) Hier ist die Vorgehensweise ähnlich wie die der Pflegestufenbeantragung. Zuerst wird die Versorgungsituation und der Hilfsmittelbedarf erfasst, anschließend der Antrag für die Anschlussheilbehandlung (AHB) vorbereitet und mit der geeigneten Rehaeinrichtung Aufnahmetermine vereinbart. Der Patient wird bis zum Rehabeginn zeitnah über Bewilligung, den Transport und die Einrichtung informiert.

Sonstige Hilfeleistungen

Die Organisation von Verlegungen in ein stationäres Hospiz oder in andere Facheinrichtungen gehört ebenso in den Aufgabenbereich des Entlassungsmanagements. Stets steht dabei die Information und Beratung der Betroffenen an erster Stelle. Lobitz ist für alle Patienten in der Klinik Ansprechpartner, wenn es um Fragen zu Selbsthilfegruppen, Sozialverbände, finanzielle Hilfeleistungen durchs Sozialamt, Haushaltshilfen und andere Hilfen geht. Formulare zur Vorsorge, Patientenverfügung und Schwerstbehindertenausgleich sind vorhanden und werden bei Bedarf erklärt und ausgehändigt.

 

 

Ihre Ansprechpartnerin

Waltraud Lobitz
Entlassungsmanagment und Patientenberatung