Ostern und der Mythos vom bösen Ei

29.03.2018

Dannenberg. Bunte hartgekochte Eier haben in der Osterzeit Hochkonjunktur. Doch der Ruf der Cholesterinbombe hat deutlich nachgelassen. Zu Recht?
Zunächst: „Eier sind reich an Cholesterin, ein Stoff, der im Blut in größeren Mengen das Risiko für verkalkte Arterien und damit auch für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht. Aber, was viele nicht wissen: Cholesterin ist auch ein lebenswichtiger Stoff, der beispielsweise an der Bildung zahlreicher Hormone beteiligt ist“, sagt Dr. Michael Keitel, Chefarzt der Innenren Medizin an der Capio Elbe-jeetzel-Klinik.

Unser Körper stellt Cholesterin zum Großteil selbst her. Kommt dann noch Cholesterin aus der Nahrung hinzu, reduziert der Körper seine Produktion. Zudem: Liefert das Frühstücksei zu viel Cholesterin, scheidet der Körper das überflüssige wieder aus.

Doch Vorsicht: Menschen mit Gefäßerkrankungen, Diabetiker und Personen mit erhöhten Cholesterinwerten reagieren wesentlich empfindlicher auf das Nahrungscholesterin, weil der Körper das Nahrungscholesterin und die körpereigene Cholesterinproduktion nicht mehr gut ausbalancieren kann. Das kann den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen und langfristig Herz und Gefäße gefährden.
An den Ostertagen dürfen Betroffene aber durchaus mal ein Ei zer- und ein Auge zudrücken, denn es geht um den langfristigen Durchschnitt des Eierkonsums. Eier liefern zwar reichlich Cholesterin und Kalorien, aber auch hochwertige Proteine, wichtige Mineralien und Vitamine.

Auf eines sollte beim Eierverzehr immer geachtet werden: Welche Fette gemeinsam mit den Eiern konsumiert werden. Ungesättigte Fette, die etwa in Sonnenblumenöl oder Lachs enthalten sind, senken den Blutzucker und haben gleichzeitig herzschützende Wirkungen. Vorsicht ist bei gesättigten Fetten geboten, die sich beispielsweise in Fertigsaucen befinden.