Fastenzeit: Start für gesunde Ernährung

08.02.2018

Dannenberg, 08.02.2018  In wenigen Tagen beginnt die Fastenzeit. Viele nutzen die Wochen bis zum Osterfest für eine Entgiftungskur. Aber: „Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Giftstoffe und sonstige schädliche Ablagerungen, die sich im Körper ansammeln und die mit entgiftenden Stoffen ausgeschwemmt werden müssen, ein Mythos“, erläutert Dr. Abou-Rjeili, Chefarzt der Inneren Medizin / Gastroenterologie. Der Körper erledige diese Art Entgiftung selbstständig, indem er die Stoffwechselprodukte vor allem über den Darm und die Niere ausscheide.

Für den Stoffwechsel belastend sind hingegen Fastfood, Fertigprodukte und Essen aus der Konserve. Sie enthalten viel Zucker, Fette sowie Zusatzstoffe, aber kaum Ballaststoffe. „Das führt nicht nur zu Übergewicht, sondern belastet unseren Körper wie eine bakterielle Infektion“, so Dr. Abou-Rjeili. Menschen, die langfristig abnehmen wollen, kommen mit einer Radikalkur zur Fastenzeit kaum ans Ziel. Ganz im Gegenteil: Nach starkem Fasten setzt oft der berüchtigte Jo-Jo-Effekt ein: Denn beim Fasten schaltet der Körper auf ein Notprogramm und vermindert seinen Grundumsatz. Nach dem Fasten will der Körper den Speicher dann wieder auffüllen.

Wer abnehmen will, muss seine Ernährung dauerhaft umstellen und sollte möglichst viel frische Lebensmittel auf dem Speiseplan haben. Darum: „Nutzen Sie die Fastenzeit als Startpunkt, sich bewusster mit Ihrer Gesundheit und Ihrer Ernährungsweise auseinanderzusetzen“, rät der Mediziner.

Entscheidend sei dabei, sich kleine Ziele zu setzen, die sich in den Alltag gut einbauen  lassen und zum eigenen Leben passen. Sonst siegt schnell der `innere Schweinehund´. „Lassen Sie sich nicht von scheinbaren Erfolgen durch extreme Fastenkuren, Superdiäten oder Abnehmpillen aus dem Internet blenden. Stellen Sie Ihre Ernährung langfristig auf leichte, ausgewogene Kost mit frischen Lebensmitteln um. Bewegen Sie sich so viel wie möglich an der frischen Luft, und meiden Sie übermäßigen Alkohol- und Zigarettenkonsum“, fasst Dr. Abou-Rjeili zusammen.