Leistenbruch

Beim Leistenbruch ist der sogenannte Leistenkanal die Schwachstelle der Bauchwand. Laut Statistik sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Bei den Männern ziehen die Hodengefäße und der Samenleiter durch diesen Kanal, bei Frauen ein Aufhängeband der Gebärmutter. Ist dieser Kanal aus verschiedenen Gründen zu weit, kann sich zusätzlich Bauchfell durch diese Lücke hindurchdrücken, was dann als schmerzhafte Schwellung zu tasten sein kann. Für den Patienten macht sich dieses durch Schmerzen (besonders bei Belastung), ein Fremdkörpergefühl oder nur durch die sichtbare Vorwölbung bemerkbar.

Wie wird operiert?
Ziel der Operation ist die Stabilisierung dieser Lücke, so dass sich neben den natürlichen Strukturen das Bauchfell nicht mehr herausdrücken kann. Um dieses zu gewährleisten, werden drei Verfahren angeboten, die je nach der klinischen Konstellation zu empfehlen sind.

Bei der so geannten Shouldice-Operation wird über einen Schnitt die Schwachstelle freigelegt. Anschließend wird mit einer sehr speziellen Nahttechnik das körpereigene Gewebe mit mehreren Nähten adaptiert und somit die Lücke eingeengt. Da die Qualität des Gewebes entsprechend kräftig sein muss, eignet sich diese OP-Technik eher für jüngere Patienten (< 25 Jahre).

Bei der Lichtenstein-Operation wird ein flexibles Spezialnetz zum Verschluss der Lücke eingebracht. Der Eingriff wird ebenfalls über einen Schnitt durchgeführt.
Bei der minimal invasiven Operation („Schlüssellochmethode“) wird ebenfalls ein Spe-zialnetz zur Abdichtung eingesetzt. Die Darstellung erfolgt jedoch von innen.
In unserer Abteilung bevorzugen wir bei der „Schlüssellochmethode“ das sogenannte TEP-Verfahren (total extraperitoneal präperitoneal). Über insgesamt drei kleine Inzisionen (Einschnitte) wird unter videooptischer Darstellung das Bauchfell aus der Lücke herausgelöst und die Lücke weitüberlappend mit dem Netz verschlossen


Was sollte nach der Operation beachtet werden?
Bei den offenen OP-Verfahren ist in der Regel eine etwa 6-wöchige Einschränkung für eine schwere körperliche Arbeit gefordert.
Bei der minimal invasiven Operation („Schlüssellochmethode) kann bereits nach 2 Wochen uneingeschränkt belastet werden.