Echokardiographie
Neben dem EKG gehört die Echokardiographie (Herzuntersuchung mittels Ultraschall) zu den wichtigsten technischen nichtinvasiven Untersuchungsmethoden und ist mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der kardiologischen Diagnostik.
Aber auch für den Allgemeininternisten und den Intensivmediziner ist die Echokardiographie ein wertvoller Bestandteil der Diagnostik.
Die Ultraschalluntersuchung des Herzens dient zur Beurteilung der Herzfunktion, der Herzklappen sowie der Herzmuskulatur und kann direkt beobachtet werden. Der Blutfluss wird dabei farbig dargestellt. Damit können eine Herzleistungsschwäche, frühere Herzinfarkte, Herzklappenfehler oder angeborene Herzfehler mit hoher Genauigkeit beurteilt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung durchführbar. Sie ist Bestandteil jeder umfangreichen kardiologischen Untersuchung und dauert etwa 10 bis 30 Minuten (je nach Umfang und Fragestellung).
Ein besonderes Untersuchungsverfahren ist die STRESS-ECHOKARDIOGRAFIE, mit der gezielt nach Durchblutungsstörungen des Herzmuskels gesucht wird. Eine sehr genaue und überlagerungsfreie Darstellung der Herzvorhöfe und der Herzklappen sowie zur Suche nach Blutgerinnseln gelingt durch die SCHLUCK-ECHOKARDIOGRAFIE.
ZIEL DER UNTERSUCHUNG BEI DER STRESS-ECHOKARDIOGRAPHIE
Die Stress-Echokardiographie kann schwerwiegende Durchblutungsstörungen des Herzmuskels anzeigen. Bewegungsstörungen des Herzmuskels weisen früher als im BELASTUNGS-EKG auf solche durchblutungsgestörten Wandabschnitte hin und erlauben eine gewisse Zuordnung zu der versorgenden Kranzarterie.
ABLAUF DER UNTERSUCHUNG
Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten. Das Herz wird mittels Fahrrad-Ergometer stufenweise verstärkt belastet. Bei nicht durchführbarer Ergometerbelastung kann eine Steigerung der Herzfrequenz durch Medikamente erreicht werden, die in eine Armvene gespritzt werden.
Durch wiederholte Ultraschall-Untersuchungen können dann schlecht durchblutete Herzabschnitte durch eine schlechtere Kontraktionskraft im Vergleich zum gesunden Gewebe erkannt werden.
WAS SIE VOR DER UNTERSUCHUNG BEACHTEN SOLLTEN
24 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie bitte keinen Tee, Kaffee oder Cola trinken und keine Schokolade essen, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann. Bestimmte Medikamente dürfen vor der Untersuchung nicht eingenommen werden (Kalziumantagonisten, ß-Blocker, Nitrate). Wir werden dies vorher mit Ihnen besprechen. 4 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie nichts mehr essen oder trinken.
RISIKEN UND NEBENWIRKUNG DER UNTERSUCHUNG
Bei der Untersuchung verspüren viele Patienten einen Kopfdruck und Mundtrockenheit. Gelegentlich kommt es zu kurz anhaltender Übelkeit oder Druckgefühl in der Brust. Diese Beschwerden beruhen auf der Wirkung der Testmedikamente, sie lassen sich am Ende der Untersuchung durch ein Gegenmedikament wieder aufheben. Bei Asthmakranken können in seltenen Fällen Asthma-Anfälle ausgelöst werden. Diese lassen sich medikamentös zuverlässig behandeln. Einige Testmedikamente verursachen eine kurz anhaltende innere Unruhe und Zittrigkeit. Häufig treten harmlose Herzrhythmusstörungen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie bedrohliche Herzrhythmusstörungen mit Ohnmacht und Notwendigkeit einer elektrischen Behandlung oder Herzinfarkte, sind sehr selten. Sie treten in einer vergleichbaren Häufigkeit auf wie bei einem normalen Belastungs-EKG.
ZIEL DER UNTERSUCHUNG BEI DER SCHLUCK-ECHOKARDIOGRAPHIE
Mit der Schluck-Echokardiographie kann das Herz sowie die Hauptschlagader (Aorta) bei bestimmten Fragestellungen wesentlich genauer untersucht werden als dies mit der normalen Untersuchung von außen möglich ist, weil die Speiseröhre in deren unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Dies geschieht durch eine kleine Ultraschallsonde, die wie bei einer Magenspiegelung in die Speiseröhre geschoben wird. So lassen sich zum Beispiel Entzündungen der Herzklappen oder nur wenige Millimeter kleine Blutgerinnsel erkennen.
UNTERSUCHUNGSABLAUF
Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten und ist nicht schmerzhaft. Die Rachenwand wird vorher durch ein Spray unempfindlich gemacht. Falls erforderlich, kann ein beruhigendes Medikament durch eine Armvene gespritzt werden. Die biegsame, etwa fingerdicke Ultraschallsonde wird wie ein Magenschlauch in die Speiseröhre vorgeschoben.
RISIKEN UND NEBENWIRKUNG
Die Schluck-Echokardiographie zählt zu den Untersuchungen mit nur geringem Untersuchungsrisiko. Trotzdem kann man eine vollständige Risikofreiheit nicht garantieren. Beim Schlucken des Schlauches tritt ein kurzer, harmloser Würgereiz auf.
Bitte teilen Sie uns bekannte Allergien gegen Beruhigungs- und Betäubungsmittel mit, die sehr selten auftreten können. Bekannte Erkrankungen wie zum Beispiel Divertikel oder Krampfadern „Oesophagusvarizen“ der Speiseröhre, chronische Lebererkrankungen, erhöhter Augeninnendruck („grüner Star“) sowie Blutgerinnungsstörungen sollten Sie uns bitte unbedingt mitteilen.
Durch Ihre Angaben zu bekannten Vorerkrankungen helfen Sie uns, die Risiken der Untersuchung möglichst gering zu halten. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie bedrohliche Herzrhythmusstörungen, Verletzungen der Speiseröhre oder Blutungen der Schleimhaut sind sehr selten.
WAS SIE VOR DER UNTERSUCHUNG BEACHTEN SOLLTEN!
4 Stunden vor der Untersuchung sowie 2 Stunden nachher sollten Sie bitte nichts essen oder trinken.Üblicherweise können Sie die unbedingt notwendigen Medikamente wie gewohnt mit einem kleinen Schluck Wasser vor der Untersuchung einnehmen. Die Einnahme Ihrer Medikamente sollten Sie bitte mit uns absprechen.