Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Ingolf Bubinger
Chefarzt Innere Medizin
Kardiologie
Tel. 05861 83-2100
Thema des Monats: Herzinfarkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland immer noch Todesursache Nummer eins. Etwa die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland geht auf eine Erkrankung des Herzens oder des Gefäßsystems zurück. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, doch die Zahl der Erkrankten unter 50 Jahren steigt. Die Störungen des Herz-Kreislauf-Systems sind vielfältig und verlaufen häufig schleichend. Zum Tode führen letztendlich meist ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall (Hirnschlag).
Die meisten Herztodesfälle ereignen sich, bevor der Rettungswagen eintrifft oder auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Überlebenschancen sind heute umso besser, wenn Patienten rechtzeitig eine Klinik erreichen. Der Rettungsdienst im Kreis Lüchow-Dannenberg führt seit einigen Jahren auf Betreiben der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik ein 12-Kanal-Funk-EKG in den Rettungsfahrzeugen mit. Vom Einsatzort aus werden die Daten direkt ins Krankenhaus übertragen und ausgewertet, bevor der Patient eintrifft. Zeigen die Daten einen Herzinfarkt an, wird der Patient direkt in das Katheterlabor der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik gebracht.
Seit 2008 Kardiologie und Herzkathetermessplatz
Seit 2008 hat die Klinik eine kardiologische Abteilung. Hier entschied man sich neben innovativen und zukunftsträchtigen Geräten auch zur nicht-invasiven kardiologischen Diagnostik. Dafür erforderlich ist ein hochmoderne Ein-Ebenen-Herzkathetermessplatz mit Flachbilddetektor in Verbindung mit einem innovativen kardiologischen Informationssystem.
Durch die Herzkatheterbereitschaft konnten schon viele Patienten mit Herzinfarkt erfolgreich behandelt werden. „Dabei lag die von den deutschen und europäischen Fachgesellschaften geforderte Zeit (weniger als 120 Minuten) vom Eintreffen der Patienten in der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik bis zur erfolgreichen Wiedereröffnung eines verschlossenen Infarktgefäßes in 70 Prozent der Fälle unter 60 Minuten“, sagt Dr. med. Ingolf Bubinger, Herzspezialist und Chefarzt Innere Medizin.
Lebenswichtig ist es, die Anzeichen eines drohenden Herzinfarktes rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wenn solche Beschwerden auftreten, sollte unverzüglich die 112 angerufen und der Transport in Notarztbegleitung in die nächstgelegene Klinik – am besten eine Klinik mit Herzkatheterlabor wie die Capio Elbe-Jeetzel-Klinik - angestrebt werden.
Krankenkassen bezahlen Früherkennung
Zur Früherkennung von Herz-Kreislauferkrankungen können Frauen und Männer mit Beginn des 36. Lebensjahres alle 2 Jahre eine Gesundheitsuntersuchung in Anspruch nehmen. Eine wirksame Infarktvorbeugung besteht aber vor allem darin, Risiken zu vermeiden: Dazu gehören Rauchen, eine ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung, hohes Cholesterin, hoher Blutzucker, hoher Blutdruck und Stress. Etwa 8 von 10 Infarkten lassen sich allein durch einen gesunden Lebensstil vermeiden, ohne Lebensqualität zu verlieren.
Die schon bestehende Tradition der Schrittmacherbehandlung und –nachsorge wird in der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik fortgesetzt und ist um die Behandlung von sogenannten Defibrillatoren zur Vorbeugung eines plötzlichen Herztodes durch Rhythmusstörungen ergänzt worden. Darüber hinaus wurden zur Aufdeckung von Rhythmusstörungen bei Patienten, die wiederholt ohne erkennbare Ursachen bewusstlos wurden, so genannte Ereignisrekorder (Chip) eingebaut.
Auf allen Stationen AED-Geräte installiert
Darüber hinaus ist die Klinik mit AED-Geräten (Automatisierter Exterener Defibrillator) ausgestattet. Diese moderne Technik kann Leben retten, denn während der Wartezeit auf das Rettungsteam wird Herzdruckmassage durchgeführt. Die Stimme aus dem AED sagt, was zu tun ist: „Patienten nicht berühren – Analyse läuft!“. „Schock empfohlen!“ „Patient nicht berühren! Jetzt die blinkende rote Schocktaste drücken!“. In der Kardiologie wird er im Herzkatheterlabor weiterbehandelt.
In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Durchführung einer Defibrillation unmittelbar nach Eintritt eines Kammerflimmerns beträgt 90 Prozent und verringert sich mit jeder Verzögerung.
