Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Kai Schlicht
Ärztlicher Direktor
Chefarzt Geburtshilfe, Gynäkologie
Tel. 05861 83-2503
Sanfter Kaiserschnitt in der Geburtsmedizin
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Wenn man den Begriff „Kaiserschnitt“ googelt erhält man 958.000 Ergebnisse und bei „sanfter Kaiserschnitt“ sind es immerhin noch 22.800 Seitenverweise. Das zeigt einerseits, welche hohe Bedeutung der Kaiserschnitt in unserem Leben einnimmt, und dass andererseits der sanfte Kaiserschnitt noch Aufholbedarf hat.
Wir wollen deshalb ein paar Worte zu einer Operation verlieren, deren Name sich wie kaum ein anderer ständig wandelt. Von „Kaiserschnitt“ über „Schnittentbindung“ bis zur aktuellen „Kaisergeburt“.
Um die große Bedeutung des sogenannten sanften Kaiserschnittes zu ermessen muss man wissen, dass die ersten erfolgreichen klinischen Kaiserschnitte von Porro in Italien (etwa 1876) damit endeten, dass nach der Geburt des Kindes die ganze Gebärmutter entfernt wurde. 150 Jahre später haben wir eine Kaiserschnittrate von über 30 %. Keiner hat mehr Angst vor der Operation, nicht wenige Frauen verlassen 3 Tage danach die Klinik und sind erstaunlich fit und mobil.
Warum ist das so?
Da ist zum einen das mit dem Namen Misgav-Ladach-Hospital (Jerusalem) verbundene Operationsverfahren. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass bei der Eröffnung der Bauchdeckenschichten weitestgehend auf schneidende Instrumente verzichtet wird. Stattdessen werden die Bauchdeckenschichten anatomisch gerecht und sanft mit dem Finger gelöst und eröffnet. Getreu der Devise: „Das sanfteste Instrument ist immer noch der Finger des Operateurs!“ werden so auch kleine Blutgefäße und Nerven geschont. Damit erreichen wir eine schnellere Heilung und eine immer wieder imponierende zügige Mobilisierung der operierten Patientin nach der Operation. Auf unnötige Nähte wird verzichtet, die Haut wird mit ausgesprochen feinen Fäden innerhalb der Haut genäht.
Zum „Sanften Kaiserschnitt“ gehört bei uns aber noch mehr. Ein einfühlsames Vorbereitungsgespräch mit dem Operateur sorgt ebenso, wie die Information des Narkosearztes zur lokalen Betäubung für weitestgehende Befreiung von Furcht und Angst. Die völlige geistige Wachheit bei der Operation, die permanente Anwesenheit des Vaters, eine einfühlsame Hebamme und die Vermeidung einer räumlichen oder zeitlichen Trennung des Elternpaares von ihrem Neugeboren sind unserer Auffassung nach genauso wichtige Bestandteile des sanften Kaiserschnittes, wie das Weglassen bestimmter Instrumente oder Nähte.
Insofern muss jede geburtsmedizinische Einrichtung den Begriff „sanft“ für sich interpretieren und mit Leben erfüllen. In diesem Sinn sind wir in Dannenberg auf einem guten Weg.


