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Dr. med. Naja Abou-Rjeili
Chefarzt Innere Medizin
Gastroenterologie
Tel. 05861 83-2201
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Der Magen, zuständig für Transport und Verdauung der Nahrung, ist mit einer Schleimhaut ausgestattet. Dem dort ankommenden Speisenbrei werden Verdauungssäfte zugesetzt, die u.a. aus Salzsäure und verschiedenen Enzymen bestehen, wodurch die Nährstoffe aufgespaltet werden können. Dadurch wird die Nahrung im Magen für den Weitertransport in den Dünndarm vorbereitet.
Die Magenschleimhaut ist stark durchblutet und wird durch eine Schleimschicht vor der aggressiven Magensäure geschützt. Wenn diese Schleimschicht aber durch Bakterien, Viren oder Genussmittel geschädigt oder gereizt wird, kann die Magenschleimhaut angegriffen werden. Dann kommt es zu einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis).
Ursachen einer Magenschleimhautentzündung:
- bakterielle oder virale Infektionen z.B. mit dem Bakterium Helicobacter pylori
- Autoimmunkrankheit: Antikörper gegen die eigene Magenschleimhaut werden gebildet
- übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Koffeinkonsum
- Schmerz- und bestimmte Rheumamittel, Kortison haltige Mittel, Antibiotika
- Vergiftung durch verdorbene Lebensmittel
Zusätzlich begünstigende Faktoren sind:
- Psychische Belastungen und Stress
- Strahlentherapien
Beschwerden bei einer Magenschleimhautentzündung:
- plötzliche starke Magenschmerzen
- Völlegefühl , Übelkeit und Erbrechen , besonders nach dem Essen
- Appetitlosigkeit
- Reduzierter Allgemeinzustand (Schwächegefühl)
- Mundgeruch , belegte Zunge
- Teerstuhl , Bluterbrechen bei Magenblutung, evtl. Anämie (Blutarmut)
Komplikationen einer Magenschleimhautentzündung:
Eine Magenschleimhautentzündung, die länger als drei Wochen andauert, sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. In schweren Fällen, insbesondere auch wenn Blutungen entstehen, gehört der Betroffene unbedingt in ärztliche Behandlung. Dann sollte mit Hilfe einer Endoskopie geklärt werden, ob sich ein Magengeschwür gebildet hat. Eine Spätkomplikation der chronischen Gastritis kann auch die Bildung eines Magenkrebses sein.
Untersuchungen:
Bei sich wiederholenden oder andauernden Beschwerden kann eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Dabei wird nach eine lokalen Betäubung ein biegsames Instrument (Gastroskop) über den Rachen und die Speisenröhre eingeführt. Nach Einblasen von Luft ist es möglich, die Schleimhäute und eventuelle krankhafte Veränderungen optisch darzustellen. Gleichzeitig kann vom Arzt, sofern notwendig, eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden, beispielsweise zur diagnostische Abklärung einer Besiedlung auf Helicobacter pylori.
Mit einer Ultraschalluntersuchung können darüber hinaus andere schwere Erkrankungen ausgeschlossen werden, z.B. Erkrankungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse.
Behandlung:
In den meisten leichten Fällen gehen die Beschwerden ohne Medikamente zurück. Allerdings muss der Betroffene bestimmte Lebensgewohnheiten verändern und vor allem Hauptrisikofaktoren vermindern oder ausschließen Das bedeutet den Verzicht auf Nikotin, Alkohol und fettreiches Essen. Patienten sollten auch keine verdorbenen Lebensmittel verzehren und für Stressabbau sorgen. Wenn möglich sollte auch auf Genussmittel wie Kaffee verzichtet werden.
Bei leichten akuten Beschwerden helfen pflanzliche Arzneimittel, die aber wie andere Medikamente nicht längere Zeit eingenommen werden sollten.
Es gibt Medikamente, welche vor allem die Symptome lindern, z.B. gegen akute Magenkrämpfe oder anhaltenden Brechreiz. Dann gibt es spezielle Medikamente, die die Freisetzung von Magensäure hemmen. Diese Medikamente dürfen nur unter ärztlicher Betreuung eingenommen werden.
Bei einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori wird eine antibiotische Behandlung empfohlen. Bei der Autoimmungastritis muss neben der Säurehemmung meist auch Vitamin B12 lebenslang zugeführt werden.
Ernährung:
Grundsätzlich sollte man sich ausgewogen ernähren. Das bedeutet die Vermeidung von Extremen. Der Speisenplan sollte auf solche Speisen verzichten, die zu scharf, zu fett, zu heiß, zu kalt oder zu süß sind.
Damit eine akute Magenschleimhautentzündung schnell wieder abklingen kann, empfiehlt es sich, zwei bis drei Tage lang mögliche Auslöser wegzulassen und nur leicht verdauliche Kost zu sich zu nehmen. Haferschleim und Zwieback sowie lauwarmer Tee reichen aus, damit die Beschwerden abklingen können. Die Einnahme von Medikamente sollte aber mit dem Arzt besprochen werden,.

