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Dr. med. Boris Baron von Engelhardt
Chefarzt 
Tel. 05861 83-2201

 

Knochendichtemessungen: Osteoporose ist gut behandelbar

Osteoporose ist die Knochenkrankheit Nummer 1. „Dabei kennen wir inzwischen die Risikofaktoren sehr genau, besitzen eine einfache Diagnostik, ein effektives Präventionsprogramm und auch wirksame und exzellent verträgliche Medikamente. Somit wäre jede Osteoporose Gut behandelbar“, sagt Dr. Boris von Engelhardt, Chefarzt der Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und des Endozentrum Dannenberg der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik,

Im Rahmen einer DRK-Fortbildungsveranstaltung in Dannenberg machte er bei seinem Vortrag „Osteoporose und Wirbelsäule“, den Zuhörern Mut, das Problem der Osteoporose aktiv anzugehen:  „In Deutschland leiden etwa 7 Millionen Patienten an Osteoporose – Tendenz steigend, trotz dieser gesellschaftlichen Bedeutung ist die Volkskrankheit  Osteoporose leider immer noch unterschätzt, unterdiagnostiziert und vor allem untertherapiert: Gerade mal 15–20 Prozent der Patienten werden heutzutage in Europe leitliniengerecht behandelt“.


Was ist eine Osteoporose?
Dr. von Engelhardt: Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Systemerkrankung des gesamten Skeletts mit Verminderung der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes. So kommt es zu entsprechend reduzierter Festigkeit, Schmerzen und einer deutlich erhöhten Frakturneigung. Es drohen zudem Knochenbrüche an Unterarmen, Hüfte und insbesondere an der Wirbelsäule.


Ist die Osteoporose ein häufiges Problem?
Dr. von Engelhardt: Dass Frauen doppelt so häufig von der Osteoporose betroffen sind wie Männer ist relativ bekannt. Dass es gesichert diagnostiziert europaweit fast eine halbe Million Menschen mit teilweise mehrfachen  Wirbelkörper-Kompressionsfrakturen (WKF) gibt, der häufigsten und leider wirklich bedrohlichen Folge der fortgeschrittenen Osteoporose, wissen wenige. Die Sterblichkeit ist signifikant erhöht und die Dunkelziffer sehr hoch. Eine milde Wirbelkörperfraktur ist zudem im Röntgenbild nicht leicht zu diagnostizieren, auch das Beschwerdebild kann anfänglich recht mild sein. Irgendwann fällt lediglich auf, dass ein Patient, oft unter jahrelang wechselnden Schmerzen, einfach „nur deutlich kleiner“ geworden ist.
Wann muss eine Wirbelkörperfraktur operiert werden?
Dr. von Engelhardt: In bestimmten Konstellationen kann als operative Maßnahme eine aufrichtende Ballon-Kyphoplastie die richtige und effektive Antwort sein, um direkt Schmerzfreiheit, Verbesserung der Statik und Tragachse, umgehende Wiederherstellung der Mobilität und insgesamt eine deutliche Senkung des Risikos für weitere Wirbelkörperfrakturen zu erzielen. Kyphoplastien gehören zur Routine im klinischen Alltag an der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik“. 


Ist die Osteoporose konservativ behandelbar?
Dr. von Engelhardt: Die Osteoporose ist kein unabwendbares Schicksal. Jede Wirbelkörper-Kompressionsfraktur mindert die Lebensqualität und die Lebenserwartung. Darum ist es wichtig, sich frühzeitig behandeln zu lassen und Präventiv tätig zu werden. Wir können in Kürze Knochendichtemessungen im hauseignen DXA-Messgerät anbieten.


Wie erfolgt die Diagnose einer Osteoporose?
Dr. von Engelhardt: Für die Diagnose einer Osteoporose sind nur wenige, einfache und kostengünstige Untersuchungen nötig. Obligat ist die DXA-Messung an LWS und Hüften, auch interessiert uns die Körperhaltung und Körpergröße im Verlauf, die Risikofaktoren des Patienten, die Statik und natürlich eine gründliche klinische Untersuchung. Auch sollte eine sekundäre Osteoporose ausgeschlossen werden, dazu braucht es Blut und Urin-Untersuchungen. Optional erfolgt auch ein Röntgen von LWS und BWS in 2 Ebenen. In besonderen Konstellationen kann auch ein  MRT der Wirbelsäule notwendig werden.
In Dannenberg bieten wir moderne DXA-Messungen künftig an, die DXA-Messung ist die von der WHO, der „European Guidance 2008“ und dem Dachverband Osteologie (DVO) 2009 anerkannte und empfohlene Standardmethode zur Definition der Osteoporose.

 
Wer soll zur Knochendichtemessung gehen?
Dr. von Engelhardt: Da der Knochenabbau im Alter generell überwiegt, profitieren Frauen über 50 Jahren und Männer über 60 Jahren  von einem Knochendichte-Screening. Darüber hinaus ist die regelmäßige Messung allen Personen mit Risikofaktoren zu empfehlen, unabhängig vom Alter. Hierzu gehören z. B. Frauen, bei denen früh die Menopause einsetzt hat oder eine positive Familienanamnese mit Osteoporose vorliegt. Auch, wenn eine unklare Abnahme der Körpergröße im Alter vorliegt, unklare Rückenschmerzen bestehen, häufig Frakturen oder Gelenkerkrankungen mit Bewegungseinschränkungen bestehen, sollte eine tiefere Abklärung erfolgen.

Aber auch Medikamente gelten als möglicher Risikofaktor. So die längere Einnahme von Kortison, Marcumar, Heparin, bestimmten Antidepressiva oder auch Magenschutztabletten, die sog. Protonenpumpenhemmer. Auch Schilddrüsenüberfunktionen, niedrige Sexualhormonwerte in jüngeren Jahren, chronische Erkrankungen, Dünndarmerkrankungen und Magenoperationen, eine Anorexia nervosa und eine chronische Niereninsuffizienz können eine frühzeitigen Knochenschwund zur Folge haben. Auch „schlanke Raucherinnen“ sind besonders gefährdet.


Wo liegen die Vorteile der DXA-Messung?
Dr. von Engelhardt: Mit dieser Messung kann die Diagnose einer Osteoporose bereits vor Auftreten einer Fraktur gestellt und so bei gleichzeitigem Vorliegen von Risikofaktoren rechtzeitig eine effektive Therapie eingeleitet werden. Die Messung stellt keine ernsthafte Belastung für den Patienten dar, die Strahlenbelastung beträgt nur 1–10 Prozent einer normalen Röntgenaufnahme, dauert nur wenige Minuten, ist preiswert und misst die für die Osteoporose empfindlichsten und frakturgefährdetsten Skelettstellen. Die Messungen sind genau und ideal auch für Kontrollen im Verlauf, zum Beispiel unter einer knochenfördernden Therapie.

Nach den DVO-Leitlinien 2009 beruht auch die Indikationsstellung zur medikamentösen Therapie auf der Knochendichtemessung mittels DXA mit auffälligen Werten, dem Alter und Geschlecht, dem Vorliegen von Wirbelkörperfrakturen sowie einigen wenigen klinischen Risikofaktoren. Die DXA-Messung ist in der Diagnose und Therapieüberwachung der zentrale Baustein in der Behandlung der Osteoporose.

Welche Tipps können Sie geben, um eine Osteoporose zu vermeiden oder diese zu behandeln?
Dr. von Engelhardt: Zum Erhalt eines gesunden Knochens sollte man für kalziumreiche Kost sorgen, eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr (1000 IE Vitamin D täglich!) sicher stellen, auf das „Kreuz“ und auf regelmäßige Bewegung achten, das Rauchen einstellen und Fröhlichkeit und Aktivität bewahren. 
Die konsequente Vorbeugung bedarf einer funktionierenden Zusammenarbeit von Hausärzten, Orthopäden, Internisten und Zentren, die eben diese DXA-Messungen durchführen. Ich freue mich auf die anstehende Zusammenarbeit.


Weiter Informationen oder Termine gibt es unter Tel. 05861 83-2201 (Spezialsprechstunde Dr. von Engelhardt ).

 

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