Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Norbert Messerschmidt
Chefarzt Orthopädie / Unfallchirurgie
Tel. 05861 83-2201
Sportverletzungen und Soforthilfe
Wer mäßig Sport treibt, kann viel Gutes für seine Gesundheit tun. Aber Achtung: Der schnelle Weg zur Sportverletzung führt von der Arbeit direkt zum Fitnessparcours. „Denn“, so erklärt Dr. Norbert Messerschmidt, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie an der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik, „häufig beginnt man mit der Bewegung ohne oder ohne ausreichende Aufwärmphase.“
Dr. Messerschmidt hat in seinem Alltag immer wieder mit Verletzungen im Bereich der Sportunfälle zu tun, die allesamt folgende Ursachen haben:
1. Ungenügendes Training
2. Flasche Technik
3. Mangelhaftes Aufwärmen
4. Regelverstöße oder Disziplinlosigkeit
5. Übermüdung / mangelnde Erholung
6. Überlastung
7. Infektionen / körperliches Unwohlsein
8. Unzureichende Ausheilung alter Verletzungen
9. Mangelhafte Ausrüstung
10. Umwelteinflüsse wie Nässe und Kälte
Damit man sich plastisch vorstellen kann, wie das Risiko im Freizeitsport aussieht, nennt er vier alarmierende Eckdaten: Bei 40.000 Freizeitsportlern ereignen sich pro Jahr etwa 1.000 Sportunfälle, davon 10 Invaliditätsfälle und sogar durchschnittlich 1 Todesfall.
Überlastungsbeschwerden entstehen durch ein Missverhältnis zwischen der Belastbarkeit eines Körperteils und der tatsächlichen Belastung über einen längeren Zeitraum hinweg. Hierbei gibt es kein Unfallereignis, sondern der Schmerz beginnt langsam bei Belastung, später aber auch in Ruhestellung. Beispiele hierfür sind beispielsweise der „Tennisarm“ oder das „Läuferknie“.
„Neben diesen Schäden durch Überlastung treten Sportverletzungen sehr häufig plötzlich, also akut auf“, so Dr. Messerschmidt. Solche akuten Verletzungen führen im Gelenk zu einer Verstauchung, Verdrehung oder zur Ausrenkung, in der Sehne zum Riss, im Muskel zur Dehnung, Zerrung oder auch zum Riss, zur Verhärtung, Prellung oder zum Krampf. Verletzungen der Haut zeigen sich in Abschürfungen, Blasen, Verbrennungen, Rissen oder in Quetschwunden. Bei Knochenverletzungen spricht man von Prellungen oder Brüchen.
Akute Sportverletzungen sind die Folge eines Unfallereignisses. Dies kann ein Umknicken mit dem Fuß sein oder auch ein Riss der Außenbänder. Ganz typisch für eine akute Sportverletzung sind sofortiger Schmerzbeginn nach einem Unfallereignis, ein klar begrenzter Verletzungsbereich und die üblichen Symptome wie Schwellung, Schmerz, Rötung, Bluterguss und Funktionsverlust oder- Einschränkung. Am häufigsten kommt es im Freizeitsport zu Prellungen und Verstauchungen sowie zu Verrenkungen, aber auch Sehnen, Bänder und Muskeln werden häufig verletzt.
Dr. Messerschmidt rät: Wenn nicht klar erkennbar ist, was verletzt wurde oder wenn die Heilung zu langsam verläuft, sollte ein fachkundiger Rat beim Arzt eingeholt werden.
Die PECH-Regel
P ause einlegen, sofort mit dem Sport aufhören, das betroffen Körperteil ruhig stellen
E is auflegen, das lindert den Schmerz und vermindert Schwellungen und Blutungen (30-45 Minuten sollte gekühlt werden), Kältepackungen nicht direkt auf die Haut, Kälte nicht auf offene Wunden bringen, Kältessprays durch die Sportkleidung anwenden
C ompression mittels Verband – ein fester Verband verhindert ein rasches Anschwellen und die Ausbreitung der Blutung. Ein Druckverband kann mit dem Schuh angelegt werden, auch eine Eispackung kann mit eingewickelt werden
H ochlagern, dadurch wird die Blutzufuhr verringert und eine Schwellung kann sich schneller zurückentwickeln
Vor allem beim Fußball, Handball, Badminton, Squash oder beim Tennis kommt es zu Muskelzerrungen, Muskelfaserrissen oder gar zum kompletten Muskelriss. Auch Bänderverletzungen am Sprunggelenk sind bei diesen Sportarten häufiger vertreten, weil hier kurze Sprints und Stoppbewegungen das Unfallrisiko erhöhen. Verletzungen des Kniegelenks wie solche der Menisken, Kreuzbänder, Seitenbänder oder der Kniescheibe zählen ebenso zu den typischen Sportverletzungen.
Die Achillessehnenruptur ist ein Riss der Achillessehne. Sie tritt bei plötzlicher Anspannung der Wadenmuskulatur auf. Meist sind Patienten im Alter von 30 und 45 Jahren betroffen, Männer deutlich häufiger als Frauen. Ein Riss tritt meist nur bei Vorschädigung durch Über- und Fehlbelastung ein. Wenn die Sehne reißt, dann plötzlich und mit einem lauten peitschenknallähnlichen Geräusch, wobei sofort ein akuter Kraftverlust eintritt. Besonders Ballsportler, Leichtathleten, Tennis- oder Squashspieler, Läufer und Skifahrer sind gefährdet.
Dr. Messerschmidt rät Sportlern zum Thema Soforthilfe:
• Blutenden Wunden sofort steril abdecken und mit Leitungswasser abspülen
• Knochenbrüche soweit möglich schienen, offene Brüche steril abdecken
• Besonders wichtig: Alle Sportler sollten einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert
haben, um sich gegenseitig im Notfall zu helfen
• Panik und Angst sind keine guten Berater. Besonnenheit ist ratsam
Richtig trainieren – Verletzungen beim Sport vermeiden
• Die richtige Ausrüstung ist sehr wichtig: Gutes Schuhwerk beim
Laufen, evtl. Helm als Kopfschutz bei bestimmten Sportarten
• Wird oft „vergessen“:
Ausreichendes Stretching vor Beginn des Trainings
• Erkennen und Akzeptieren der eigenen Grenzen:
Nach Trainings- /Verletzungspausen nicht gleich an das Äußerste gehen
• Langsam steigern, zwischendurch sind Pausen ein Muss
• Auf die Signale des Körpers achten.
Wer das alles berücksichtigt, kann viele Verletzungen vermeiden.
Viel Spaß beim Training!


