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Dr. med. Michael Keitel
Chefarzt Innere Medizin
Tel. 05861 83-2101
Telefonsprechstunde "Herz in Gefahr"
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"Herz in Gefahr"
beantwortet Dr. med. Michael Keitel bei der Telefonsprechstunde am Do., 19. Nov. 2015 in der Zeit von 14 - 17 Uhr unter Tel. 05861 83-3333.
Beim Herzinfarkt zählt jede Minute
Die Koronare Herzerkrankung: Richtig handeln. Leben retten.
Er trifft pro Jahr fast 300.000 Menschen in Deutschland: der Herzinfarkt. Doch er kommt nicht immer unverhofft. Häufig ist der Herzinfarkt das Resultat einer bestehenden Koronaren Herzerkrankung (KHK). Diese beginnt früh – häufig sogar schon Jahrzehnte vor dem Infarkt. Die meisten der lebensbedrohlichen Folgen dieser Erkrankung der Herzkranzgefäße, also der Adern, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, lassen sich durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung vermeiden. Um für das Thema zu sensibilisieren, ruft die Deutsche Herzstiftung jedes Jahr den November als Herzmonat aus. Das Thema: „Herz in Gefahr: Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“. Auch die Capio Elbe-Jeetzel-Klinik begrüßt die diesjährigen Herzwochen.
„Nur wenige Menschen wissen, dass unser Lebensstil und die sich daraus entwickelnden Risikokrankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes, meist verantwortlich für die Entstehung der KHK sind“, erklärt Dr. Michael Keitel, Chefarzt der Kardiologie an der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik. Die Sterblichkeit habe zwar in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen, dennoch könnten mit einer richtigen Erstversorgung vor Ort mehr Menschen gerettet werden.
Ein Herzinfarkt ist ein akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes. In der Folge kommt es zu einer Unterbrechung des Blutflusses, und die Herzmuskulatur wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. „Wird der Blutfluss nicht innerhalb kürzester Zeit wiederhergestellt, sterben die Herzmuskelzellen ab. Das kann im schlimmsten Fall zum Tod führen“, erklärt Dr. Keitel. Bei der dem Herzinfarkt zugrundeliegenden KHK führen Ablagerungen zu einer langsamen Verengung der Herzkranzgefäße. Bereits dieses Geschehen kann ein Engegefühl in der Brust hervorrufen. Akut gefährlich wird es, wenn die Ablagerungen an der Gefäßwand aufbrechen. Sie werden dann von den Blutplättchen aus dem vorbeiströmenden Blut ummantelt und bilden ein größer werdendes Gerinnsel. Ist das Gerinnsel groß genug, schneidet es einen Teil des Herzmuskelgewebes von der Versorgung ab und der Betroffene erleidet einen Infarkt.
Der schleichende Prozess ist das Gefährliche an der KHK. „Betroffene nehmen Symptome spät wahr oder nicht ernst. Dabei gibt es deutliche Warnzeichen“, erklärt Dr. Keitel: Betroffene klagen über einen heftigen Schmerz im Brustbereich, der typischerweise in den linken Arm ausstrahlt, manchmal auch in den Rücken oder Bauch. Ausgelöst werden die Beschwerden durch körperliche oder seelische Belastungen. Betroffenen haben eine graue Gesichtsfarbe und kalte, feuchte Hände. Manche klagen über Übelkeit. Die Symptome können in Abhängigkeit von Alter, Begleiterkrankungen oder Geschlecht variieren. So kann bei älteren Patienten oder Diabetikern der heftige Brustschmerz als Hauptsymptom fehlen.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Männer. „Ein ungesunder Lebensstil kann das Risiko zusätzlich erhöhen: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Stress begünstigen die Koronare Herzkrankheit. Alleine Rauchen erhöht bei Männern das Risiko eines Herzinfarktes um das Dreifache. Bei Frauen ist das Risiko sechsmal so hoch“, warnt Dr. Keitel. Während Männer häufig die klassischen Symptome eines Herzinfarktes zeigen, klagen Frauen über unspezifische Beschwerden. Statt des heftigen Brustschmerzes spüren sie eher ein Unwohlsein, Übelkeit, Schwindel, manchmal auch Oberbauchbeschwerden. Es besteht die Gefahr, die Situation zu unterschätzen. „Wir erleben häufig, dass zunächst die Kinder angerufen werden statt des Notarztes“, berichtet Dr. Keitel. „Insbesondere, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen, wie hohes Alter, eine Diabetes, einen bekannten Bluthochdruck oder Herzkrankheiten in der Familie vorliegen, sollte unverzüglich 112 angerufen werden. Das gilt auch, wenn sich die Beschwerden nach fünf bis zehn Minuten nicht bessern.“
Doch der Koronaren Herzkrankheit kann vorgebeugt werden. Gesundes Essen und ausdauernde Bewegung sind günstig für die Herzgesundheit. Zu empfehlen ist ein 30-minütiges Training drei bis viermal in der Woche. Dazu muss man nicht gleich die Sportkleidung anziehen. Es reicht oft schon aus, für manche Fahrten in der Stadt das Fahrrad anstelle des Autos zu wählen. Auch das über Jahre regelmäßige Steigen von Treppen anstelle des Fahrstuhles ist schon prognostisch von Nutzen und verhilft zu einer längeren Lebenszeit.
Die Kardiologie der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik verfügt über einen hochmodernen Linksherzkatheter-Messplatz. Hier werden Patienten mit Herzinfarkt und akutem Koronarsyndrom versorgt. Die Notfallbehandlung des Herzinfarkts erfolgt dabei nach modernsten internationalen Standards für Patienten aus der Region.

