Zeitumstellung: Gut schlafen, erholt aufwachen

24.10.2018

Dr. Mehdi Hoveida, Facharzt für Anästhesie und leitender Arzt Palliativmedizin

Dannenberg. In der Nacht zum Sonntag, 28. Oktober, wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt – von drei Uhr auf zwei Uhr. Die Winterzeit beginnt. Viele Menschen haben Probleme mit der zusätzlichen Stunde und schlafen schlecht.

Denn unsere innere Uhr wird jeden Tag neu gestellt. Das geschieht durch den Hell-Dunkel-Wechsel. Dabei spielt das Licht, insbesondere der Blauanteil, eine zentrale Rolle. „Beim Wechsel von Sommer- auf Winterzeit ändern sich die Lichtverhältnisse und damit der Anteil des blauen Lichtes. Dies führt zu Störungen des Biorhythmus und damit des Schlafes“, sagt Dr. Mehdi Hoveida von der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik. Deshalb spricht sich die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin für die konstante Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) aus.

Unser Schlaf ist ein aktiver Erholungsprozess, bei dem das Gehirn aber weiter arbeitet. Was in unserem Gehirn passiert, und wie sehr wir uns erholen, hängt von den drei Schlafphasen ab:

1. Flachschlaf. Er beginnt direkt nach dem Einschlafen. Die Atmung verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt, und die Muskulatur beginnt sich zu entspannen;

2. Tiefschlaf. Er beginnt 30 bis 60 Minuten nach dem Flachschlaf. Jetzt regeneriert sich der Organismus. Zellen bilden sich neu, das Immunsystem wird gestärkt;

3. Traumschlaf. Er folgt nach dem Tiefschlag und wird auch REM-Schlaf genannt. Weckt man einen Menschen nun auf, wird er sich in aller Regel an seine Träume erinnern können.

Der Zyklus aus Flachschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf wiederholt sich fünf bis sieben Mal pro Nacht. Allerdings variieren die Zyklen im Laufe der Nacht. „Während sich der Mensch in der ersten Nachthälfte viel im Tiefschlaf befindet, überwiegt in der zweiten Nachthälfte der Traumschlaf“, so Dr. Hoveida.
Dauer und Anteil von Tief- und Traumschlaf sind für einen erholsamen Schlaf entscheidend. Weitere Aspekte, die Menschen beeinflussen können, um erholt aufzuwachen: Für einen gesunden Schlaf ist es ratsam, sich den Tag über sowohl geistig als auch körperlich zu betätigen. „Wer körperlich hart gearbeitet hat, könnte abends ein Buch lesen, wer stundenlang am Schreibtisch saß, für den empfiehlt sich Sport zum Ausgleich.“ Und noch einen Rat gibt der Mediziner: „Ein gleichmäßiger Biorhythmus mit relativ konstanten Bettgehzeiten trägt ebenso zu einem gesunden Schlaf bei, wie eine entspannte Atmosphäre und das Verbannen elektronischer Geräte aus dem Schlafzimmer.“