Schlaganfall - manchmal werden Anzeichen nicht als solche wahrgenommen

02.05.2019

Dr. Michael keitel, Chefarzt Innere Medizin / Kardiologie

Eingang zur 24 h - Notfallaufnahme der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik

Der 10. Mai ist bundesweiter "Tag gegen den Schlaganfall". In Deutschland erleiden jährlich circa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Es kommt zu einer “schlagartig“ einsetzenden Durchblutungsstörung des Gehirns. Jeder fünfte Patient stirbt. Damit ist der Schlaganfall nach Krebs und Herzinfarkten hierzulande die dritthäufigste Todesursache.

Mancher Schlaganfall kündigt sich durch Vorboten langsam an, die meis-ten Schlaganfälle treten jedoch plötzlich auf. Dann geht es nur noch darum, möglichst schnell Hilfe zu alarmieren, denn beim Schlaganfall zählt jede Minute, um schwere Folgeschäden/bleibende Behinderungen zu vermeiden.

Nicht jeder Schlaganfall zeigt die gleichen Symptome. Manchmal gibt es erste Anzeichen für einen Schlaganfall wie ein zartes Kribbeln im kleinen Finger, manchmal tritt vom einen auf den anderen Moment eine Sprachstörung oder halbseitige Lähmung auf.

Manchmal werden Schlaganfall-Anzeichen auch gar nicht als solche wahrgenommen, vor allem wenn die Symptome wie eine kurzzeitige taube Lippe nach ein paar Minuten wieder verschwinden. In diesem Fall spricht man von einer sogenannten transitorischen ischämischen Attacke (kurz: TIA). Auch bei einer TIA handelt es sich um einen Notfall! Dies kann eine Vorstufe vor einem schweren Schlaganfall sein. 

Erste Symptome beim Schlaganfall sind meistens:

• plötzliche Sprachstörungen
• plötzliche Bewusstseinsstörungen eine teilweise oder halbseitige Lähmung
  (sog. Hemiparese oder z. B. ein hängender Mundwinkel / hängendes Augenlid)
• Empfindungsstörungen (z. B. taubes Gefühl oder Kribbeln in einer Gesichtshälfte,
   einem Arm oder Bein, einer ganzen Körper-hälfte)

• plötzliche Sehstörungen
• plötzlicher heftiger Schwindel


Wenn Sie bei sich oder anderen Symptome eines Schlaganfalls bemerken, sollten Sie immer daran denken, dass es ein Schlaganfall sein könnte. Rufen Sie sofort den Notruf unter der Notrufnummer, die europaweit unter 112 erreichbar ist.

Terminvereinbarungen
Sekretariat der Kardiologie
Frau Christine Mohtaschemi:
Tel. 05861 / 2101